Freimaurer werden

Was ist Freimauerei?

Die Freimaurerei ist eine geistige und ethische Bewegung, die sich als Schule der Menschenliebe, Toleranz, Freiheit und Brüderlichkeit versteht. Sie ist die geistige Arbeit des Einzelnen an sich selbst in einer Gemeinschaft brüderlich verbundener gleichgesinnter Männer.

Klingt etwas sperrig, aber eigentlich steckt in diesen Sätzen alles. Zumindest die Theorie. Die Praxis ist etwas einfacher erklärt, auch die Symbolik dazu ist anschaulich: Jeder Freimaurer ist ein rauer unbehauener Stein. Um hieraus einen kubischen Stein zu erarbeiten, der sich mit anderen Steinen zu einem gemeinsamen Bauwerk fügen kann, müssen die Ecken und Kanten abgeschlagen werden. Das ist nicht ganz einfach, jeder Stein ist anders.

Der wichtigste Punkt dabei: Man kann nur seinen eigenen Stein bearbeiten, nicht den der anderen.

Was passiert zu den regelmäßigen Treffen?

Manche Treffen – wir nennen sie Bruderabende – sind einfach nur geselliger Natur zum lockeren Gespräch in der Gruppe oder zwischen einzelnen Brüdern. Allen Gesprächen ist eines gemeinsam: Über die Inhalte wird nach außen Verschwiegenheit gewahrt. Nur so sind auch Gespräche über sensible private Themen oder eine offene Diskussion über schwierige moralische und ethische Fragen ohne vorauseilende Denkverbote möglich.

An sogenannten Vortragsabenden hören und diskutieren wir zu verschiedenen Themen, die in verschiedenster Weise mit Freimaurerei zu tun haben, manchmal aber auch nur von aktuellem oder allgemeinem Interesse sind.

Die wichtigsten Termine sind die rituellen Treffen, die sogenannten Logen- oder Tempelarbeiten. Wir treffen uns dazu in einem besonderen Raum, der nur den Brüdern zugänglich ist. Die Logenarbeiten sind eine Mischung aus rituellen Gesprächen, meditativen Elementen und einem Vortrag – mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Wer sich mit dem Gedanken trägt, Freimaurer zu werden, sollte hierzu nicht weiter nachforschen: Es schürt vielleicht falsche Erwartungen und mindert damit das Erlebnis. Denn bei allem, was mittlerweile in jeder Bibliothek nachzuschlagen und sogar im Internet abrufbar ist – meist ist das Unspektakulärste davon wahr. Doch „nur“ das „wirklich“ zu erleben, hat es schon in sich.

Unser Clubraum mit gedeckter Tafel

Wie arbeite ich an mir selbst?

Es gibt keine Antworten, es gibt nur Alternativen. Sie müssen hier Ihren persönlichen Weg finden. Besonders die rituellen Arbeiten setzen hierzu verschiedenen „Themenkreise“ und bieten dazu eine Fülle von möglichen Wegen an. Den einen spricht die freimaurische Symbolik an, den anderen die gesprochenen Worte im Ritual, der nächste verliert sich in die meditative Stimmung oder in die Musik. Auf jeden Fall führt das ständige „vor Augen führen“ bestimmter Elemente dazu, dass diese sich einprägen – und man sich bei passender Gelegenheit an sie erinnert. Oder hin und wieder die Zeit auch nur zur Entspannung vom alltäglichen Leben nutzt und sich mal mit Dingen beschäftigt, die man sonst nie machen würde. Schon das ist für viele ein Gewinn an Lebensqualität.

Und dann gibt es noch etwas sehr Wichtiges: Den brüderlichen Kontakt, das brüderliche Gespräch. Ein berufliches Netzwerk sind Freimaurer nicht, ein persönliches aber schon. Sei es, um sich gegenseitig zu bestärken, aber auch, um sich gegenseitig Rat und Hilfe zu geben. Auch das will gelernt sein. Der geschützte Raum der Loge und die Verschwiegenheit nach außen unterstützt dabei.

Wie lange bin ich Freimaurer?

Ein Leben lang. Aus dem eingetragenen Verein könnte man zwar formal austreten, aus dem Bund der Freimaurer aber nicht. Im rituellen System durchläuft man mehrere Erkenntnisstufen. Jede davon gibt über Rituale und Symbole neue Anregungen für die Arbeit an sich selbst.

In der Johannisloge nennt man die Erkenntnisstufen „Lehrling“, „Geselle“ und „Meister“ in Anlehnung an handwerkliche Traditionen, in jeder dieser Stufen soll man etwa ein Jahr arbeiten. Doch auch als Meister hat man noch Arbeit für mehrere Jahre vor sich – wer verändert sich schon über Nacht?

Wer noch weitere Rituale und Symbole kennenlernen will, geht den Weg durch die sogenannten Hochgrade weiter, in unserem Fall bis zur zehnten Erkenntnisstufe. Der Weg durch alle Grade bzw. Erkenntnisstufen dauert in der Regel etwa 15 Jahre.

Wem in dieser Zeit die eigene Loge „zu klein“ wird, dem sei der regelmäßige Besuch anderer Logen angeraten. Bei weltweit etwa 6 Millionen Brüdern sollten sich für jedes Gesprächsthema ein paar Brüder finden. Ein Leben lang.

Freimaurer werden, wie geht das?

Erster Schritt: Kontakt zu uns aufnehmen. Ein Bruder unserer Loge wird das Gespräch suchen, dabei Motivationen und Hintergründe für Ihr Interesse hinterfragen.

Nächster Schritt: Gemeinsames Kennenlernen. Wir öffnen regelmäßig einige unsere Treffen für Interessenten und laden Sie dazu ein. Für ein gutes Kennenlernen werden wir etwa ein Jahr brauchen, etwa 6 bis 10 Mal sind Sie dann Gast bei uns.

Danach folgt beiderseitig die Entscheidung: Passen wir zueinander oder nicht? Wenn ja, stellen Sie einen Aufnahmeantrag, über diesen Antrag stimmen wir geheim ab. Bei drei Gegenstimmen kommen wir leider nicht zusammen – so viel ist uns der Frieden in unserer Gemeinschaft wert.

Doch zum einen passiert eine Ablehnung nicht besonders häufig und zum anderen könnten Sie dann immer noch in einer anderen Loge die zu Ihnen passenden Brüder finden.

Mit der rituellen Aufnahme in die 1. Erkenntnisstufe beginnen Sie dann ihren Weg als Freimaurer-Lehrling.

 

 

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